Im Regen steh´n

Immer wenn es regnet will ich Apfelkuchen backen
Mich in meinen Sessel setzen
Mit meiner Katze sinnig schwätzen
Meine Bücherzahl abschätzen
Dem Leben Muße abzwacken

Doch zu meinem großen Leid ist die Welt so ignorant
Und schickt mich Geldverdienen,
Bin ich doch Künstler, doch verkannt

Wer soll denn sonst den Regen anbeten wenn all diese Proleten
Es nicht schaffen, und nur gaffen, und den Himmel anblaffen?
Wer soll denn sonst dem holden Herbst mit Holleliedern huldigen
Und sich charmant elegant bei den Elderfrau´n entschuldigen?
Wer soll denn sonst die Farben fangen mit fantasievollen Fingern
Und die weisen wilden Weiberseelen befrei´n aus ihren Zwingern?
Wer soll die kätzerische Katze kraulend kreativ bespaßen
Und ruhelos schuhelos spazieren über Seitenstraßen?

Liebes Leben, du schuldest mir einen Mäzen
Die Gaben gabst Du mir, lass´ mich jetzt nicht im Regen steh´n!

Immer wenn es regnet muss ich still am Fenster sitzen
Die Tropfen beschauen und am Kaminfeuer schwitzen
Die Katze tut das auch und das so selbstverständlich
Dass ich finde, liebes Leben, es ist doch bedenklich

Dass ich dieses Privileg nicht auch geniessen soll
Liebes Leben, ich denke, du nimmst mich nicht für voll!

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