Aktuell gelesen und für gut befunden:

„Oft ist die Politik ein Zufluchtsort für mittelmäßige oder gescheiterte Künstler. Da kommen sie voran und erlangen Macht, mit der sie sich aufspielen und insbesondere an all jenen rächen können, die mit Arbeit und Talent erreicht haben, was sie nie auch nur ansatzweise geschafft haben, während sie mit der Miene eines Opferlamms erklären, das alles im Dienst des Vaterlandes zu tun.“ Das Labyrinth der Lichter By Carlos Ruiz Zafón (© FISCHER E-Books 2017)

„Alicia erinnerte sich an diese Worte, als wären sie ihr in die Haut geritzt. Nichts überrascht und erschreckt mehr als das, was man schon weiß.“ Das Labyrinth der Lichter By Carlos Ruiz Zafón (© FISCHER E-Books 2017)

„Die meisten von uns Sterblichen lernen ihr wirkliches Schicksal nie kennen; wir werden ganz einfach von ihm überrollt. Wenn wir dann den Kopf heben und sehen, wie es sich auf der Landstraße entfernt, ist es schon zu spät, und den Rest des Weges müssen wir im Straßengraben dessen zurücklegen, was die Träumer die Reife nennen. Die Hoffnung ist nichts weiter als der Glaube, dass dieser Moment noch nicht gekommen ist, dass es uns gelingt, unser wirkliches Schicksal zu sehen, wenn es heranrückt, und dass wir an Bord springen können, ehe sich die Chance, wir selbst zu werden, auf ewig verflüchtigt und uns dazu verdammt, leer zu leben und uns nach dem zu sehnen, was hätte sein müssen und nie war.“ Das Labyrinth der Lichter By Carlos Ruiz Zafón (© FISCHER E-Books 2017)

„»Regeln sind wie ein Plumpsklo, Mädchen. Sie geben einem das Gefühl, man sei zivilisiert, aber wenn man nicht ab und an ausmistet, sammelt sich Scheiße an. „Der Prinz der Wüste By Peter V. Brett (© Heyne Verlag 2021)

„Wenn du andere bestimmen lässt, was du wert bist, hast du schon verloren. Denn keiner wird zugeben, dass du mehr wert bist als er selbst. Also kann er dich nur herabsetzen.“Der Prinz der Wüste By Peter V. Brett (© Heyne Verlag 2021)

„»Ein Skandal frisst dich von innen auf, wenn du versuchst, ihn geheim zu halten. Doch ist er erst einmal an die Öffentlichkeit gelangt, ist er nicht mehr dein Problem. Das Problem gehört dann der ganzen Welt. Und das kann eine Erleichterung sein, glaub mir.“ Der Prinz der Wüste By Peter V. Brett (© Heyne Verlag 2021)

„nur indem wir zugeben, was wir sind, bekommen wir, was wir wollen.“ (petyr baelish, GOT)

„»Jeder von uns hat seinen eigenen Pfad, Mister Rawlins. Symbole dienen der Interpretation, nicht der Definition.«“

Das sternenlose Meer By (© Karl Blessing Verlag 2020)

„»Was hast du für ein Problem?«, fragt er die Katze. »Miau«, sagt die Katze in einer Mischung aus Maunzen und Knurren, die ausdrückt, dass sie so viele Probleme hat, dass sie kaum weiß, wo sie anfangen soll.“

Das sternenlose Meer By (© Karl Blessing Verlag 2020)

„»Sie existieren nicht«, sagte der Bär. »Es gibt keine Ungeheuer auf dieser Welt und keine Heiligen. Nur unendlich viele Schattierungen, die alle in denselben Teppich gewoben sind, hell und dunkel. Das Ungeheuer des einen ist die Geliebte des anderen. Die Weisen wissen das.«“

Die Hexe und der Winterzauber By (© Heyne Verlag 2021)

“ Ich schnitzte, weil Dinge, die Mühe machen, wirklicher sind als Dinge, die man durch bloßes Wünschen erschafft.«“

Das Mädchen und der Winterkönig By Katherine Arden (© Heyne Verlag 2020)

„. »Es gibt keine Magie.« »Aber du hast gerade …« »Dinge sind, oder sie sind nicht, Wasja«, fiel er ihr ins Wort. »Wenn du etwas willst, bedeutet das, dass du es nicht hast, dass du nicht glaubst, dass es da ist, und das wiederum bedeutet, dass es auch nie da sein wird. Feuer ist, oder es ist nicht. Das, was du Magie nennst, ist nichts anderes, als der Welt nicht zu gestatten, anders zu sein, als du sie haben willst.«“

Das Mädchen und der Winterkönig By Katherine Arden (© Heyne Verlag 2020)


„Wie der Versuch, zurück in eine bereits abgestreifte Haut zu schlüpfen“

Die Hexe und der Winterzauber By (© Heyne Verlag 2021)


„Das Band, das nun zwischen ihnen bestand – all die Leidenschaft und der Zorn, die Furcht und die zerbrechliche Hoffnung, sie waren stärker als jedes verzauberte Schmuckstück.“

Die Hexe und der Winterzauber By (© Heyne Verlag 2021)


„»Und du bist auch nicht mehr allein. Lass uns das so lange wiederholen, bis einer von uns es tatsächlich glaubt.«“

Die Hexe und der Winterzauber By (© Heyne Verlag 2021)

An mein Opa Werner

Leise schleichn mir dorchn Wald.

Wie e Kirch aus Fichten, grie on donkel

„Wenn mr leise blabbt, Kend, senge de Veechele!“

Dei halber Fenger is erhuubn, ich mach halt.

„Hoch, e Kiebitz! Un e Maas! Kieeeebitz! Kieeebitz!“

Guck, do liecht e Quarz im Gras. „Schätze!“

„Do, und do, sei Preisselbeer! Isse ner.“

„Guck, do is e Vuuchelbeer! Mach e Astl ronter,

Itze schnadtst es onten ahh, hernooch muss die Rend ahh ronter,

Du musst kloppen, mitn Griff, naa, bissl wadder uuhm.“

„Opa, ich krich nuch blaue Fleck!“

„Kend, des gherrt drzu! Horch, wie schie des Pfeifl klengt. Zieh immer auf und zu!“

Nebn dr Eckbänk in dr Kich

Liecht es grosse lange Messer.

Ner dr Opa kaa die Scheibn

Esu glatt un regelmässign schneidn.

„Mechst nuch en Beeschnitz?“ –

„Haaa!“ ho ich gsoocht, ner demit iech sah, wies geht.

Heit mach iech des ahh esu,

Schneid de Scheible iebern Daume ro.

Zwote, mei Haamet, wie bie iech dir gut…“

Des Lied, des ons verbonden hot, in unnrer Muttersprooch,

Wie oft saß iech am Schieferberch, guck aufn Heerrnberch roo,

En Buckel glehnt an die alte Lerch.

E Hacht kreischt vo uhm roo. Der wohnt ahh uubm am Mittelberch.

Un jedes Moll beim Fahrn nooch Pirk

Hor dr Günther, Anton ons beglatt

Un mir – besonders die Elfriede – ham alle lautstark im Auto gsonge.

Du host gepfiffen in dr Sonne,

Wenn mir zen Segeln gange sei.

Dort aufm Wasser warst du frei,

De Noos im Wend, es Ruder in der Hend,

Onter ons sei die Fischle vorbeigezuugn.

Un Wolken am Himmel druum.

Kesselgoulasch gabs anne Ohmd, un Kirschen, sauerrot.

Die Oma hott raffiniert gebacken. On du soochst eechal ner: „No, guuut!“

Mehr Lob, des host du nie verstanden. Des war ah net vonnöten.

Weils ehrlich war. Su warst du halt. E leiser Mensch, zefrieden.

„No, haaa!“ – wie oft ho iech des ghert. Un war emmer verstanden.

Wenn aaner miech geerchert hot, dann host du neebn mir gstanden,

An meiner Schaukel, und host gsoocht: „Die Welt wär schie.“

Mehr musst mr gor net soogn. Dei stille, ruiche Art hat miech

Mei Kendheit lang getroogn.

Weegn deine Fenger hoo iech nie gepopelt. Weil se sonst oobrechen. Des host du oft un oft gezeicht.

Un wie mei Kend war ahh suweit, do hot se guckt.

Du host mit kaaner Wemper gzuckt. Damals wie heit.

Zeletzt, an den Tooch, woost gange bist,

Do lagst im Bett, host gsoocht, als wär iech widder klaa: „Mei Karin. – Leg dich eweng drzu.“

Wie damals, als iech sieme war.

Un plötzlich wars en Sonntich frieh, un iech ruck ze mein Opa hie,

Die Oma schnarcht un mir heern Rucksack Radio.

Uum iebern Aschberg geht die Sonn auf, du ziehst mich nah drzu,

Un zeichst mir klaane Wolken. „Guck, e Hoos.“

Un iech liech in dein Arm un denk mir bloß:

„Des Hoosnbuch, des muss er mir mol widder lesen.“

Heit guck iechs ahh, mit meiner Klann, un sieh, dass des auf Tschechisch is.

Iech koa kaa Tschechisch. Der Opa ahh net.

Aber fiergleesen… hott er´s mir gewiss. (Des wass ich genau!)

Mei Kendheit is rem. Mei Flieder vorm Haus is alt.

Heit bie iechs ahh. Un leb e annersch Lebn.

Un doch guck mich jeden Frieh dr Opa ah:

Komm, mir genne naus nein Wald. Und ich wass, do find ich diech.

Unter dr Leerng, in de Schwarzbeer, in de Schwamme bist zestrich.

Iech nemm dei Messer mit, und seit kurzem ahh dein Hut.

Iech zeich meim Kend, wos e Sammetkopp is, e Galln-, un e Staapilz.

Knollen- und Perlpilz erkenn ich sicher.

Ich wass, wos die Lerich sengt, un wann werds widder Gwitter.

Ich riechs, wenns schneit. Un wie mr Schneeschuh fährt.

Wie mr e Iglu baut, un wie mer pfeift.

Dei alter Schlieetn is itze meiner Tochter ihr Gefährt,

Wos dr Opa baut, des ieberdauert die Zeit.

Un deshalb… kaa ich dich geh lossen.

Die Trauer is leise, wie du.

Wall do alte Gschichtn drenne sei, klaa, ruich, leise.

Die ghern zu mir drzu.

Mit de Oma back ich, mool un näh iech.

Mit dir geh iech nein Wald. Mit dir schnitz iech un segel.

„Machs gutt, Opa!“ „Machs gutt. Komm widder.“ „Bis bald.“

Komm gut hamm, Omasolde

28.02.2025

oma, ich wünsche dir ein sanftes hinübergleiten in das große, weiche schnurren der anderswelt. wir zünden bienenwachskerzen (weil die bienen alles wissen) an und räuchern beifuß und augentrost und kunerle, bitten die guten ahnen, dir die hände zu reichen. oma rosa, oma gertrud, opa valentin, opa ulrich, huschel, nicki, susi, conny. ich stelle mir gerne vor, wie sie an der schwelle warten. und du wieder das kleine schöne mädchen mit den offenen augen werden darfst, das du auf dem bild im esszimmer warst. erst jetzt, wo du gehst, spür ich wieviel raum du wirklich in meinem leben eingenommen und gehalten hast. jenseits von allen forderungen, allem gezanke und gefluch: du und opa haben zwota zu einem zufluchtsort für mich gemacht. diese kostbaren und immer viel zu kurzen stunden in den hügeln war ich einfach kind und frei. bin nackt um den swimmingpool gerannt und hab mich oben am schieferfelsen in der heide versteckt und einfach den wolken nachschauen können. träumen dürfen. in klingenthal kaum möglich. in dr zwote… war ich wirklich kind. war ich geliebte enkeltochter wie birgit, wie oma, wie gertrud, wie rosa.. ich hab die hügel in den knochen, den schiefer in den augen und das gräsermeer im haar. und den schrei des hachts im herzen.
es fühlt sich heute abend an, als wäre ein großes rauschen im äther. große schwingen, die sich endlich wieder entfalten. wie bei opa damals auch – bis diese tiefe, erhabene stille eintrat. diese wunderbar zeitlose, ruhige stille. s‘is feierohmd. ganz bald.
gute reise, omasolde. du fehlst mir schon jetzt mehr, als ich sagen kann. komm gut hinter den regenbogen. nimm deine himmelschlüssele mit. und ein paar gänseblümchen.
stutzkeppele – und ein ganz großes eiii. ❤️

27.07.2025

Ich vermiss dich trotzdem fürchterlich.

17.09.2025

Ihr fahlt mir esu. Wohie soll ich itze hammkomme? „Dammer halt eweng greine mitenanner.“ Danke, Oma Iso. Für all die Dinge, die in Klengedohl kaaner soogn durfte, un die iech zu eich troogn konnt. Verstanden un dehamm. „Mei Karin.“‘Pfeifentabak, Schooffell un Rauch un Schmieröl. Danke, Opa Ulrich, für die Musik. Un die Schwamme. Un en Muggl in de Birken. Wald un Schiefer. On ieberall Gschichten. Dehamm. Wo soll iech ner hie mit mein Hammweh?

06.11.2025

alles gute zum geburtstag, oma. ich hatte solche angst, dass der tag kommt, an dem du nicht mehr antwortest. ich spür dich zwar, tief in mir, und auch deine präsenz, nur einen wimpernschlag, ein gebet, entfernt, aber trotzdem… fahlt die zwote. fahlt die eckbank. fahlt dei stimm. fahlt der blick ausm küchenfenster. „wennst ewos hamm willst, nemms mit!“ hast du gsoocht. immer wieder. aber wie hätt ich die küche und die eckbank und die kuckucksuhr und den frieden mitnemme solln?

Gute Reise, Opa Ulrich…

Gute Reise, Opa Ulrich. Möge Deine liebevolle Seele weiterhin über uns alle wachen. In jedem Augenzwinkern, in jedem schallenden Lachen und leisen Grinsen sehe ich Dich wieder, höre die Saiten Deines Kontrabasses im Wind schwingen, rieche den Duft nach Pfeifentabak und Wald, und Deine Stirn zum Abschied auf meiner. „Stutzkeppele“, Opa. Wir haben‘s von den Katzen gelernt: wie viel Liebe ein Zwinkern ausdrücken kann. Danke für 35 Jahre vorbehaltlose Zuneigung. Du hast Zwota zu meiner Heimat gemacht. Und Danke… für die Musik. 🧡 Ich hab‘s mir hinter die Ohren geschrieben.

Traumnetz

Komm, mein Liebster

Wir schließen der Welt die Tore zu

Und wandern im Graugold des uralten Herbstes

Wir singen Lieder vom Feuerschein

Und von Federbetten

Von altem Staub und Lichtfäden

Immer wieder neu erzählt.

Komm, wie suchen und finden Funken

Und Funkeln

In den Augen des Anderen

Und schmecken die Farben des Tanzens

Im Dunkeln

Lass uns vergessen, wo der Mond endet

Und das dichte Unterholz beginnt

Lass uns die Dornen fluchend kichernd

Aus den Fußsohlen ziehen

Das Blut auf den Handflächen

Zu einem Kunstwerk aus Eklogit verweben

Komm, mein Liebster,

Es wird Zeit, den helldunklen Frostmond zu spüren

Die rauen hanfenen Seidenseile der alten Tage

Durch spinnwebfeine Kussmuster zu ersetzen

Ein Traumnetz zu weben

Für einen langen, wärmenderen Winter

Flirten a la Krallentanz

Ich sitz im Zug und denk mir nichts

– ja, das kommt tatsächlich vor! –

Da popelt mir so ne Person

Ein „Isnochfrei?“ ins Ohr

Ignorieren hilft hier nichts,

Und so sag ich halt: „Jaja.“

Man will ja höflich sein,

Hoffentlich kommt kein Blabla;

Meine Kopfhörer auf,

Oxidier ich vor mich hin

Hab leise Lieder im Kopf

Und eigentlich nur mich im Sinn;

Doch irgendwie werd ich gestört

In meiner Selbstgenügsamkeit

Unangenehmes Kribbeln macht sich breit

Und ich merk: ich werd bestarrt.

Ein aufdringlichster Blick verharrt

Immer wieder, eindringlich,

Ne feine Art is det ja nich!?

Da mustert mich der Kerl

Von oben bis unten

Und ich frag ihn mal ganz schüchtern:

Na, haste wat jefunden?!

„Öh, ja nö, oh jöh, herrjö, nix,

aber wo wir grad dabei sind:

Also bin der Fölix.“

Ich nehm das nickend zur Kenntnis

Und blicke wiederum

Aus dem Fensterpanorama

Und ich hoff, er bleibt jetzt stumm;

Weit gefehlt. Es kommt das, was ich denke

Und das sind keine Geschenke

Aus der hohen deutschen Kunst

Der denkenden Dichter:

Dieser Kerl ist ein schlichter.

Demzufolge tut er das,

was ein Depp am besten kann:

Er fängt ein Gespräch

via Smalltalk an.

Platitüden übers Wetter folgen

Floskeln über Floskeln

Allgemeinplätze plätschern

Banalitäten blubbern

Trivialitäten trollen

Und ich frag mich leidgeprüft:

Wie kann man nur sowas wollen?!

Ich grinse freundlich brav zurück

Und frag: „Sie wollen sich unterhalten?“

Da er bejaht, möchte ich das ganze

Konstruktiv gestalten

Als Künstler seh ich das vielleicht

Ein wenig anders als er

Doch das ist nicht mein Problem

ER kam ja MIR in die Quer…

Und so fang ich eben einfach

Mit etwas Interessanten an

Ich lese gerne Menschen

Und analysiere so fortan:

„Sie sind ja nun schon Mitte 50

Und haben gut gelebt

Wie man an den Falten um den Mund

Und an den Augenwinkeln sieht;

Sie sind ein bisschen depressiv,

Ihre Stirn zeigt einen Strich

Zwischen den Augen;

Doch an und für sich

Liegt das an ihrem Temp´rament,

Sanguin und doch cholerisch,

Das sie viel zu schnell ausbrennt,

Ihre hagere Statur zeigt an

Dass Sie durchaus beweglich sind

Doch sind Ihre Finger gelb,

Also sind sie Tabakskind;

Der Krampfring in der Iris zeigt das Stresspotential,

Und auch die Längsfalte am Ohrläppchen

Ist echt suboptimal,

Geplatze Adern auf der Nase zeigen

Herzprobleme an,

Und die schlupfenden Lider…

Und wir fang´ gar nicht erst an

Von den Nieren, denn die Knöchel sehen

Echt geschwollen aus

Doch das kommt wohl von der Leber

Die schaut überlastet aus

Denn der Hautton ist leicht gelblich

Und ich seh Bilirubin

Im Augenweiss, sag´n se,

Haben sie im Rucksack

Etwa 2,3 Bierchen drin? Ja?

Die Lippen eingerissen,

Und Rhagaden links und rechts

Sieht so aus, als steh es um den Eisenspiegel

Eher schlecht als recht

Sie können aktuell nicht schlafen,

Das sieht man ihren

Augenschatten an

Und die Verdauungsprobleme

Zeigen Ihre Wangenfalten an;

Ihre Zunge sagt mir

– oder vielmehr der Belag –

dass die Dünndarmflora wiederholt Probleme hat

Das kommt bestimmt von der Gastritis,

Magengraben auf der Zunge

Ihr tiefer Husten zeigt mir einen

Leichten Schaden an der Lunge;

Ich rate Ihnen dringlich

Das Rauchen aufzugeben

Denn sonst werden Ihre Nebennieren

Nicht mehr lange überleben.

Da Sie Ihre rechte Schulter

Tiefer ziehen als die linke

Ist die Hüfte wohl blockiert,

Arthroseschaden inclusive,

Die Gelenke korrodiert;

So unruhig, wie Sie sitzen,

Ham´ Sie bestimmt Hämorrhoiden;

Sagen Sie, ist Ihre Prostata bislang

Noch von Krebs verschont geblieben?

An den Fingern seh´ ich Knötchen

Also ist die Gicht schon da

Ihre Harnsäurewerte waren auch schon besser, wa?

Der Blutdruck ist zu hoch,

Das sagen mir die roten Ohr´n

Aber mei, dann hat Ihr P***s

Die Erektionsfunktion noch nicht verloren…

Man soll ja auch für die kleinen Dinge

Im Alltag dankbar sein.

Wo wir schon mal dabei sind,

da fällt mir was zum Enddarm ein…

Aber halt, guter Mann,

Wo wollen Sie denn hin?

Hatten Sie denn nicht mit mir

Ein Flirtgespräch im Sinn…?

Denn ich bin, die ich bin

Aus: Anti-Kitsch-Propaganda, 2018

Ganz egal wie oft wir träumen

em
Ganz egal wie Du mich willst

G
Ganz egal ob Du mein Leben

C
Oder meine Vulva füllst

em
Nur einem Mensch bin ich zu eigen

D
Beuge mich nur einem Sinn:

G Denn Ich bin die Ich bin

em D Hmmmmmmmmmmm G

Denn Ich bin die Ich bin

Ganz egal wie Du dir vormachst

Dass mein Leben Dir gehört

Dass uns beide was verbindet

Was niemand jemals zerstört

Schau, ich trage freie Worte

Freie Schwingen, freien Sinn

Denn Ich bin, die Ich bin Hmmmmmmmmmmm

Denn Ich bin, die Ich bin

Ganz egal was Du noch brauchst

Such es bitte nie in mir
Ich trage meine eig ́nen Wege

Meine eig ́ne Kron ́ dafür
Spiegle Dich, und lass ́ mich fliegen

Bei mir ist Halten kein Gewinn

Denn Ich bin, die Ich bin

Hmmmmmmmmmmmm

Denn Ich bin, die Ich bin

Einst, mein Kind

Album und Lyrics: Credo quia absurdum 2018

em
Einst, meine Göttin,
D
War ich Teil des Lichts
C
Geborgen tief im Sein,
D
In dir fehlt ́ es mir an Nichts
G
War Kind und Mutter, Gattin, Ahnin, C
Tief in deinem Schoß
em
Wieder dich zu finden, Göttin,
D D7
Ist mein Weg, mein Lebens-Los

G Em C D Chorus: War AAAAAAAUUUUUUUUUUUUMMMMMMMM

AAAAAAAUUUUUUUUUUUUMMMMMMMMMM

Einst, meine Schwester,
War ich Teil der Steine
Trotzte allen Winden,
Stark und stolz alleine
War allem Lebenssturm gewachsen,

Doch eines Tages kam die Flut

Wurde mitgerissen und geschliffen,

Sand unter Sonnenglut.

Einst, meine Schöne,
War ich Teil der Winde
Floh vor allem, was mich brauchte,

Um mich nicht zu binden
War ruhelos und schimmernd frei,

Mit wundervollen Schwingen
War ein Hauch, ein Wind, ein Sturm,

Ein ewig weises Singen

Einst, meine Gespielin,
War ich Teil der Flammen,
Ich brannte und ich tobte,
In der Lust und mir gefangen, E

rnährte mich von andren Körpern,

Verbrannte, was mich liebt
War die Hitze und das Feuer,
Das nie ruht und nie vergibt

Einst, meine Liebste,
War ich Teil der grünen Wiesen
War die Schönste aller Blumen,
Die mich froh Willkommen hießen,
War wild und stolz und jung und schön,

Mit Rosenblüten im Gesicht
Maibraut im grünen Hochzeitskranz,
So jung, so stolz und töricht

Einst, mein Kind,
War ich Teil der Mutter Erde
Schuf und webte, hüllte ein,

Beschützte und verwahrte
Ich gab mich hin und lebte Dich,

An deinem Herzschlag ausgerichtet

Bis Selbstsucht kam an einem Tag

Und dich und mich vernichtet

Einst, meine Mutter,
War ich Teil der Felder
Wurzel, Ähre, Korn, wir alle werden älter

War im Kreis des Lebens angelangt,

Geboren um zu geben,
Auf alle Fragen eine Antwort: So ist das Leben.

Einst, meine Kriegerin,
War ich Teil der Wellen

Angepasst sang ich dein Lied,

In deinem Strom die Schnellen

Mit dir Eins und doch allein,
Ein Tropfenkind im Meer

Krachten im Sturm aufeinander, Getöse hohl und irgend leer

Einst, meine Ahnin,
War ich Teil von Eis und Schnee
Ich lernte zu erinnern, zu schätzen, was vergeht
Jede Flocke ein Gedanke, eine Einzigartigkeit Jener Schnee von gestern
Schon der Nemesis geweiht

Einst, mein Ich, sind wir alle unsre Teile Atmen tief und lächeln leise,
Wenn ich uns in mir vereine
Weih mich selbst erneut dem Sein,

Alle Teile und doch keine, Trage alles neu zusammen, Wellen, Winde, Erde, Flammen:

AAAAAAAUUUUUUUUUUUUMMMMMMMM….

Credo quia absurdum

Credo Quia Absurdum – Album und Text: ClawDancePlay2018

am D
Dein ganzer Körper lächelt, deiner Augen Dämmerlicht
am D
Sehen noch im Dunkel, wie ein neuer Tag im Wir anbricht am D
In Lust und Spiel versunken, wird der Alltag zum Geschenk am D
In den Ästen Yggdrasils sind die Stunden aufgehängt

Chorus:

GC
Wie weit treiben wir davon
D…
Bis wir uns wiederfinden?
Wie weit fliegen wir den Pfad
Bis unsere Schwingen schwinden? Wie weit ruhen wir im Licht
Bis die Schatten sich verbinden?
Und wie weit fliegt man in den Sturm Bis die Donner vom Ende künden?

Du glühst auf meiner Haut
Dein Atem, Deine Seele tanzt Dein Blick ruht so vertraut
Auf Welten, die Du segnen kannst Deine Kehle dargeboten
Jeder Zoll ein Kuss für s-ich Pulsierendes Verlangen
Immer wieder: Blut verrät sich

Du tanzt in meinem Kopf
Die unbedachten Stunden Ruhe, die Du mir geraubt Dein Geist so tief versunken Sieht nur Deine weiße Haut Dein Lächeln, das mich bricht Alte Bande auflöst,

Immer neue Ketten flicht…

CHORUS II:

Und wie lang singen wir am Ufer
Bis die Nebel einst verwehen?
Wie lang bleiben wir noch blind
Bis wir Avalon wieder sehen?
Und wie lang schöpfen wir noch Zweifel Ob das Boot einst untergeht

Und wie lang dämmert Ragnarök herein Bevor die neue Welt ersteht?

Lob des Narzissten

jetzt… sind wir getrennt.

und ich hab ganz verpennt

dir zu sagen, warum und wieso

doch du weisst doch sowieso:

baby, es lag nur an mir

du konntest niemals 

auch nur ein bisschen was dafür

denn du warst immer

viel zu sehr perfekt

oh baby, ich hab das leider viel zu spät entdeckt

dein horizont war so gigantisch

er schloss ganz den meinen ein

und nicht pedantisch, nee!

perfekt wolltest du sein

und ich idiotin! ich hab das nicht erkannt

in meinem starrsinn glich ich viel zu oft der wand

selbstverständlich dachte ich zu wenig mit

du folgtest mir dummerchen

deshalb stets auf schritt und tritt

und deine eifersucht war immer meine schuld

schliesslich hab ich dich stets zu wenig abgeholt

deine grösse haben alle stets verkannt

doch du nahmst mich ja rettend an die hand

so ganz allein in der welt wär ich doch nur verlorn

nur deshalb lagst du mir ständig in den ohr‘n

entscheidungen zu treffen ist nichts für eine frau

deshalb nahmst du mir sie ab, 

vielen dank, du warst so schlau!

das ich nur dich brauch hast du auch vorhergesehn

denn deiner schönheit konnt´ noch keine widerstehn

baby, es lag nur an mir

du konntest niemals 

auch nur ein bisschen was dafür

denn du warst immer

viel zu sehr perfekt

oh baby, ich hab das leider viel zu spät entdeckt

als ich dann ging, da sah ich´s endlich ein

das war so dumm von mir

und jetz´ bleib ich wohl allein

so einen mann wie dich werd ich wohl nie wieder kriegen…

ja… 

sowas wie dich lass ich ab sofort links liegen! 

baby, es lag nur an dir

ich konntest niemals 

auch nur ein bisschen was dafür

denn ich warst immer

für mich ganz perfekt

oh baby, ich hab das leider viel zu spät entdeckt

Mei Zwotelied

weiss gebirkt sind die hügel hinterm grünenweissen haus

wild webt der fichtensumpf wabernd ein flüsterndes lied

schwarze schienen führen aus dem klingental hinaus

einen schritt nach links tanzt auch die zeit uns voraus

Chorus: zwote, mei haamet, wie bie iech dir gut
dei gher iech emmer, mit leib seel un blut

hab ich mich dir selbst verschrieben, so viele leben davor?
oder singt in mir der ahnen bluteigener chor?
schwarzer fluss, schwarzer name, schwarzes erz, schwarzer stein
silbergrün flüstern adern in meinem gebein

silberfichten in den augen und das gräsermeer im haar
eisenrot, der bach, die lippen, stimme raunt rauh und klar
barfuss küsst mein schritt die hügel, und ich denke mich dahin
wo die heimaterde schläft, meine seele mittendrin