Erwartungshaltung

Ich vermisse nicht dich

So ein wunderschöner Mensch

Mit so wundervollen Augen

Oh, so braun, blau grün und grau

Und ich kann es gar nicht glauben

Dass mich dieser Mensch so sehr fasziniert

Obwohl er mein Beuteschema kaum touchiert

Eigentlich denke ich ich steh auf blond

Auf blaue Augen, und ein Mienenspiel gekonnt

das so gekonnt Mit allen Wesen zu flirten vermag

Schlank und wild den ganzen Tag

Eigentlich denke ich mags verrückt

Aber warum hat mich dann dieser Mensch entzückt

Der so normal und brav zu leben scheint?

Und plötzlich alles Gute in sich vereint?

Liebe ich DICH oder sehe ich nur

Meine Erwartungshaltung in Reinkultur?

Oh, du stehst auf irgendwas? Das tu ich plötzlich auch!

Wir haben so viel gemeinsam!

Und gerad weil ich dich brauch

Fühln wir uns beide nicht mehr einsam.

Ganz egal was du denkst es ist deins

In meiner Wahrnehmung war es schon immer meins

Was nicht passt, wird perfekt gedreht

Auch wenns der Realität genau entgegensteht

Jetzt verhälst du dich verwirrend und das kann ich nicht begreifen

Warum lass ich mich von dir für Dinge anpfeifen

Die du doch genauso sehn solltest wie ich

Machs doch wie ich, ich verstehe dich

Alle Signale die du sendest sind mir sonnenklar

Auch wenn die anderen sie anders deuten

Du bist einfach wunderbar – so wie ich

Liebe ich DICH oder sehe ich nur

Meine Erwartungshaltung in Reinkultur?

Du wirst meine Obsession, ohne dich bin ich verloren

Mein Tag dreht sich um dein Gesicht, ich bin bis über beide Ohren

So sehr verliebt in dich, und so werde ich blind

Seh nicht mehr die Dinge, so wie sie sind

Es war einmal

Es war einmal…

Da ham wer doch schon wieder einmal eruiert

Was da mit Männern und mit Frauen einfach so passiert

da suchen sie ein Märchen

Und was wird dann daraus?

Der Frosch will seinen Teich zurück, die Fee ihr Schneckenhaus

Es war einmal, vor langer langer Zeit

Da war´n die Feen noch sexy

Und es gab Prinzen weit und breit

Und die war´n alle so motiviert, und keiner geisteskrank

Die schoben die Probleme einfach auf die lange Bank

Es war einmal, war dazumal

Und dazumal kann es bleiben

Du kannst dir heut ganz wunderbar

Ein eigenes Märchen schreiben!

Damals nahmst du dir ein Schwert und es hieß: Rübe ab!

Heute hält der Schwiegerdrachen das ganze Haus auf Trab

Da erzog´ste dir dein Ungeheuer schnell bis Mitternacht

Und da haben dir die Typen noch die Schuh vorbeigebracht

Heute sind das Fetischisten, und suchst du einen Mann da

Glaub´ ja nicht deiner Oma, das war miese Propaganda…

Es war einmal, war dazumal

Und dazumal kann es bleiben

Du solltest dir heut ganz wunderbar

Dein eigenes Märchen schreiben!

Noch heute denken alle mit der Hochzeit ist´s perfekt

Und ab dann verläuft das ganze Leben nur noch wie geleckt

Ja, die Spuckespur bleibt kleben, und dran der Ehvertrag

Und dann gehts mit dem ganzen Märchenkram superschnell bergab

Hast du dich nie gefragt, wie die Geschichte weitergeht?

Die beiden knutschen, Vorhang fällt und das Licht wird abgedreht…!

Es war einmal, war dazumal

Und dazumal kann es bleiben

Du solltest dir heut ganz wunderbar

Dein eigenes Märchen schreiben!

Doch woher glauben wir den ganzen Mist zu wissen?

Rein rational machts keinen Sinn

Wir ham´doch längst begriffen:

Bleib´ bei deinem Drachen, Frau, der hat noch lange Feuer

Und ihr Helden wisst doch längst: Prinzessinnen sind teuer…

Endlich is Ruh

draussen tobt dr sturm

un es zieht mich naus

wo mer ahh hieguckt

s werd frieden draus

denn dr schnee deckt alles un jeden zu

dr hall verweht, endlich is ruh

dr hall verweht, endlich is ruh

stand iech doch als kend scho

do druum auf dr höh

en wend in de haar un im herzen e weh

wer su gern mit dr de wolken do hoch uuum gezuugn

hätt mei haamit beschneit und mit frieden ieberzuugn

hätt mein haamit beschneit un mit frieden ieberzuugn

itze tanz iech mit de flocken

spür mei haad schläft scho ei

ho die hiechel in de knochen

un mei wald wiecht mich ei

un mei schnee deckt alles un jeden zu

dr hall verweht, in mit is ruh

dr hall verweht, endlich is ruh

Drown in a snowflake

When i woke up

I feel like

Drown in a snowflake, be like

Snowwhite in glass, a white bride

Awaiting the moon

Sun shines too bright, i refuse

To stand my mind, i could loose

Everything that i would choose

Grown in dark soil

None-Birthday-Partys are my

Hatmasters brilliant game play

Demons drink tea just my way

Mice choose to drown

Drown in a snowflake, be like

Snowwhite in glass, a dead bride

Kiss myself a wild goodnight

Stay asleep through that day

Die Wortanglerin

die wortanglerin

manchmal schwimm ich durch die sprache

worte in meinem kopf wie tang im meer

der geistesblitzaal schlängelt sich hindurch

das neunauge aus bildern guckt so leer

weil ichs so so viel bunter haben mag

als diese harte sprache zu klingen vermag

chorus:

und so schwimm ich drumherum

und ich fühl mich taub und stumm

und die worte klingen hohl und leer

und so denk ich ich bin falsch

mit diesem sprachknebel im hals 

und ich bleib zurück im meinem seelenmeer

horch, die worte die ich suche

klingen ————— und —- —- ————

sind so dunkelhell wie schnee im morgengrau

sind ein rötlichkaltes gelbschwarzgrünes blau

schmecken kupfersüß und ingwermild zugleich

schweben seidenhart und haaresbreit im reich

meiner zunge die sie tritt im riesenschritt

dieser faden ist zu breit für meine kleine nadel

hundert enden, eins will immer nicht ins öhr

meine zungenhände nicht von solchem adel

als dass dieser stoff zu meiner kluft gehört

und so werde ich zum gaukler 

bunte fetzen auf der haut

frei und glänzend faszinier ich

und bleib doch immer unvertraut 

Die Wortanglerin

die wortanglerin

manchmal schwimm ich durch die sprache

worte in meinem kopf wie tang im meer

der geistesblitzaal schlängelt sich hindurch

das neunauge aus bildern guckt so leer

weil ichs so so viel bunter haben mag

als diese harte sprache zu klingen vermag

chorus:

und so schwimm ich drumherum

und ich fühl mich taub und stumm

und die worte klingen hohl und leer

und so denk ich ich bin falsch

mit diesem sprachknebel im hals

und ich bleib zurück im meinem seelenmeer

horch, die worte die ich suche

klingen ————— und —- —- ————

sind so dunkelhell wie schnee im morgengrau

sind ein rötlichkaltes gelbschwarzgrünes blau

schmecken kupfersüß und ingwermild zugleich

schweben seidenhart und haaresbreit im reich

meiner zunge die sie tritt im riesenschritt

dieser faden ist zu breit für meine kleine nadel

hundert enden, eins will immer nicht ins öhr

meine zungenhände nicht von solchem adel

als dass dieser stoff zu meiner kluft gehört

und so werde ich zum gaukler

bunte fetzen auf der haut

frei und glänzend faszinier ich

und bleib doch immer unvertraut

Itze werds Advent

Hallo ihr dehamm, da iech e bissl Sehsucht hoo un mir de Lichterbuugn fahln hier im Westen, ho ich emoll mei Haametsprooch bemüht un e Adventsliedl gschriebn.

Itze werds Advent

G

Itze werds Wenter

C G

Dr Nebel zieht auf

em

Do druum auf de Wiesen

G

Is Raureif scho drauf

C D

Un eechal weht e arschkalter Wend

G C D G

Bleib lieber henne, s´ Feierle brennt!

G C D G

Bleib lieber henne, s´ is bal Advent!

De Spinne vermehrn sich, es is scho e Pracht

Wos des bissl Deko mit mein klann Heisl macht

Dr Besuch blabbt dehamm, des is gar net schlecht

Zen Advent is doch ann e bissl Ruh recht

En Stolln ho iech gebacken, so wie mer des macht

Bei´n prowiern sei mein Maa e paar Zäh rausgekracht

Wos muss denn der Aff denn ah itze bemühe?

Des gschied´n ganz recht, e Stolln, der muss ziehe!

Itze hull iech vom Buudn mein Raachermaa roh

Mit denn ganzen Traasch ho ich vill nuch ze doo

Des schiene am Buudn is, wos mer doo fend:

Alte Bicher, en Mausdreck, mei staubdreckichs Kend…!

Do draussen die Viecher die frier´n bestemmt ah

Hulln mer se reih un richten se ahh

Iech kenn wirklich kann der in soße nuch friert

Un be uns wern se zegor mit Grieezeich garniert!

Mei Nachbarn freecht rieber wos iech Heilichohmd schenk

Glabbst´s, wenn iech an denn Stress ahh ner denk!

Iech guck moll wos iech kriecht ho es voriche Gahr

Des schenk iech dann weiter, muss ner wissen vo wem´s war…?

Un so sitz iech un nipp an mein Tippl Kaffee

Iech back meine Platzle un zähl Spinneweh

Dr Winterspeck naht un mir is des ner recht

Des steht mir als Frühlingsroll gar net mol esu schlecht!

(c) Krallentanz 11/2020

Chimären

Müde vor einem neuen Spiegel-Ich stehend

Geboren aus Erwartungen und Träumen

Die nie meine eigenen waren.

Ein schönes Gemälde soll ich sein

Makellos und ewig gleich, sicher und starr

Der Künstler schreibt Attitüden auf meine Haut

Kleidet mich in verliebten Samt

Bedeckt meine freien Glieder mit verehrender Seide

Malt meine Seelenkrone aus Blattgold, filigran und unantastbar zerbrechlich.

Eine schöne Chimäre blickt mich an

Aus gefiltertem Blick, fragt verletzt:

Warum genügst Du nicht?

Warum kannst Du nicht ich sein?

Du musst perfekt sein für ihn, damit er es für sich sein darf

Und seine alten Spiegeldämonen schweigen.

Beweg dich nicht, das zerstört das Bild. –

Und so stehe ich müde

Und mein Mund flüstert leise: er will nicht mich.

Das, was er wollte, schläft jetzt behütet im gläsernen, glitzernden Sarg

Hinter seinen Augentüren, bewacht und von 7 Sehnsüchten verteidigt

Zu zerbrechlich, um mit mir zu wachsen und zu leben.

Ich wecke es nicht auf, Glassplitter tun weh.

Schlaft gut, ihr zwei, ihr Schönen.

Neurodivers

Neurodivers

Und auf einmal

Spricht die segnende Hand

Hält deinen Kopf

Alles ist still

Und eine sanfte warme Stimme sagt so ruhig und tief

Alles ist gut

Du bist okay

Es lag noch niemals an Dir

Es lag niemals an Dir

Du bist okay, Du bist gut

Es war niemals eine Schuld

Es war niemals Deine Schuld

Du bist okay

Du schmeckst die Welt in andern Farben

Du hörst den tiefen Duft von Grün

Du liest die Auren, nicht Gesichter

Du bist ein anderes Ich-Bin

Du bist ein Katzenschnurren-Seher

Du tastest Töne neu im Licht

Neurodivers nennt sich die andere Sicht

Deine Sicht, Dein Ich, alles ist gut

There‘s a fog

(c) by Krallentanz

There‘s a fog in the outside

And one in the in-

There‘s a deep black moon

And a shadow within

There‘s a story of flying

And letting things go

There‘s a corpse that‘s sacred

Who waits for the crow

There‘s a riddle of feathers

Got caught in those wings

There‘s a weeping murmur

Feel: the spiderweb sings

There‘s a fog in the outside

And one in the in-

There‘s a tarock tower

And the princess within